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Twitter-Video zeigt rassistischen Übergriff in Halle
Der Mann blickt direkt in die Handykamera, mit herausgestreckter Zunge und erhobenem Mittelfinger. Die Person, die die Kamera auf ihn richtet, beschimpft er mit schwer verständlichen Worten. „Blöde Kuh, das ist verboten“, sagt er und meint damit wohl das Filmen der Szene. Worte wie „Affendialekt“ fallen. Was eine anonyme Twitter-Nutzerin hier erlebt, gefilmt und online gestellt hat, ist ein rassistischer Übergriff, der sich offenbar am vergangenen Donnerstag in einer Tram in Halle ereignet hat. So erzählt sie es in ihrem Tweet: „Halle. Heute, 17. Oktober 2019. Ich habe dunkle Haut. Das hat hierfür gereicht.“ Sie habe selbst kein Wort gesagt, schreibt sie weiter. „Er ist mit großer Geste aufgestanden, als würde ich stinken. Er sprach von Vergasung etc.“
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Inzwischen wurde ihr Tweet tausendfach geteilt und kommentiert. In den Kommentaren zeigen sich die meisten bestürzt, dass so ein Vorfall in Deutschland nach wie vor Alltag zu sein scheint und solidarisieren sich mit der Nutzerin. Viele ermutigen sie, den Mann anzuzeigen.
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Mindestens so bestürzt wie über die Beleidigungen des Mannes sind viele über die Tatenlosigkeit der anderen Fahrgäste. Im Video ist lediglich die Stimme einer Frau zu hören, die sagt, das sei doch nicht normal. Die Urheberin des Videos bestätigt in einer Antwort auf Twitter, dass in diesem Moment niemand eingeschritten sei und dass sie das geschockt habe. Eine Nutzerin schreibt, sie sei wütend auf die Leute, die der Betroffenen nicht beigestanden hätten und gibt Tipps, wie man sich verhalten kann, wenn man in eine ähnliche Situation gerät. Ein anderer Nutzer gibt zu bedenken, dass man sich trotz allem nicht in Gefahr bringen solle.
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Auf eine Anfrage von jetzt hat die Urheberin des Videos nicht reagiert. Auf Twitter schreibt sie, es gehe ihr nicht um diesen Mann. Sie habe ihn nur filmen können, weil er keine Bedrohung für sie dargestellt habe. „Ich habe den Übergriff veröffentlicht, weil ich mir gewünscht habe, dass die Welt sieht, was passiert und weil Alltagsrassismus ganz konkret angegangen werden muss.“ Schlimmer als dieser Vorfall seien unzählige alltägliche, völlig normalisierte Herabwürdigungen.
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