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G7-Gipfel: Jetzt zeigt Trump seine Version des berühmten Fotos
Donald Trump scheint ein nachtragender Mensch zu sein. Trotz einer eher ereignisreichen Woche samt Gipfeltreffen mit Kim Jong-un macht es ihm wohl immer noch zu schaffen, wie seine Performance beim G-7-Gipfel am vergangenen Wochenende beurteilt wurde. Für besonders viel Aufsehen hatte ein Foto gesorgt, das ihn wie ein beleidigtes Ich-esse-meine-Suppe-nicht-Kleinkind zeigt, das sich störrisch den vernünftigen Ratschlägen der Eltern verweigert.
Es wurde viel gewitzelt und diskutiert über dieses Bild. Und natürlich auch darauf hingewiesen, dass ein Foto nur eine Momentaufnahme ist und dieselbe Szene aus anderer Perspektive aufgenommen ganz anders wirkt. Im Prinzip war also alles erledigt: Das Internet hatte sich ausgetobt, die Bildanalysten hatten analysiert und der Rest der Welt hat ein paar Mal geschmunzelt, sich dann aber wahrscheinlich irgendwann gedacht: Naja, war halt ein Foto, Schwamm drüber, weiter gehts.
Nicht aber Donald Trump. Er hatte jetzt wohl das dringende Bedürfnis, die Sache aus seiner Sicht darzustellen. Um auch ja das letzte Wort (und Foto) zu haben. Auf Twitter veröffentlichte er mehrere Fotos der besagten Szene. Das erste zeichnet ein maximal gegensätzliches Bild der Szene: Der US-Präsident streichelt mit freundlichem Blick einer lächelnden Angela Merkel die Hand. Im Hintergrund strahlt der kanadische Premier Justin Trudeau und sieht aus, als sei er gerade Trauzeuge bei der Hochzeit von Trump und der Kanzlerin. Im Tweet selbst betont Trump sein gutes Verhältnis zu Merkel und schimpft auf die Medien, die nur die „schlechten Fotos“ gezeigt hätten:
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Und es geht noch weiter: In zwei weiteren Foto-Tweets schickt Trump weitere vermeintliche Harmoniebeweise in die Welt und spricht von „großartigen Diskussionen“ mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker.
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Was der US-Präsident mit keinem Wort erwähnt: das, was nach besagten „großartigen Diskussionen“ passierte. Auf der Weiterreise nach dem Gipfel sorgte Trump ja für einen beispiellosen Eklat, indem er – natürlich per Tweet – seine Zustimmung zur kurz zuvor ausgehandelten Abschlusserklärung der G 7 zurückzog.
So ganz passen Trumps Harmonie-Bilder auch nicht zu Aussagen, über die das Wall Street Journal am Freitag berichtete. Teilnehmern zufolge soll Trump zum japanischen Regierungschef Shinzo Abe gesagt haben: „Shinzo, du hast dieses Problem nicht, aber ich kann dir 25 Millionen Mexikaner schicken und du wirst sehr bald nicht mehr im Amt sein.“
Als es um das Thema Terrorismus ging, habe Trump zu Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gesagt: „Du müsstest darüber Bescheid wissen, Emmanuel, weil alle Terroristen in Paris sind.“ Und Jean-Claude Juncker sol er mehrfach als „brutalen Killer“ bezeichnet haben.
che/afp
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