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Programmierer simuliert die Welt mit Emojis

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Was vor mehr als 30 Jahren mit einem Doppelpunkt, einem Bindestrich und einer geschlossenen Klammer begann, ist heute völlig ausgeartet. Während 1982 zwei Informatiker das :-)-Smiley erfanden, um in ihren Sätzen Ironie zu kennzeichnen, benutzt heute die halbe Welt Emojis, um zu kommunizieren. Sprachforscher wissen nicht so ganz damit umzugehen. Ist das jetzt Weltsprache? Oder der Untergang kultivierter Sprache? Und über 30-Jährige diskutieren, bis zu welchem Alter man welche Symbole benutzen darf, ohne kindisch rüberzukommen.

Nicky Case sind diese Fragen völlig egal. Er hat nämlich dafür gesorgt, dass man mit Emojis die ganze Welt simulieren kann

Der Kalifornier kam auf die Idee, als in seiner Heimat mal wieder Dürre und Wasserknappheit herrschten und sich deshalb Waldbrände ausbreiteten. „Diese Probleme sind ein Mix aus ökologischen, wirtschaftlichen und politischen Systemen“, schreibt Case auf seiner Homepage. Überhaupt bestehe die menschliche Welt aus so vielen komplexen Systemen, die viele hilflos da stehen ließen. Diese Systeme zu verstehen oder gar zu ändern? Case meint, das sei quasi unmöglich. „Aber ich glaube, jeder von uns kann – und muss – lernen in Systemen zu denken.“  

Um diesen Silikon-Valley-digital-Sprech für jeden verständlich zu machen, hat Case sich an seinen Computer gesetzt – und Emojis als tatsächliche Weltsprache verstanden. Er hat Simulationen programmiert, die ernsthafte Probleme leichter zugänglich machen sollen. Als erstes Beispiel präsentiert er da Waldbrände. Baum-Emojis, die sich mit Flammen-Emojis abwechseln. Als reiner Gedanke nicht sonderlich kreativ. Als Verdeutlichung der Waldbrand-Gefahr aber total einfach und anschaulich.  

„Simulating the World in Emojis“ hat Case so offen gehalten, dass man damit alle möglichen Dinge simulieren kann. Ausbreitungen von Epidemien, Revierkämpfe von Hunden gegen Katzen und so weiter. Wer jetzt immer noch nur 🚉 versteht, sollte die Case’sche Simulation einfach mal ausprobieren.  

 

max

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